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"Wir brauchen keine Orden, wir brauchen Schutz vor Verfolgung"

veröffentlicht um 08.09.2013, 02:43 von Regina Elsner
Presserklärung von "Coming Out" St. Petersburg zum Gesetzentwurf über den Entzug des Sorgerechts in gleichgeschlechtlichen Familien

Der Abgeordnete der Partei "Einiges Russland" Aleksej Zhuravlev hat eine Ergänzung zum Familiengesetzbuch vorbereitet, dementsprechend der Entzug des Sorgerechts aufgrund von homosexuellen Kontakten erlaubt werden soll. Wir können uns damit beruhigen, dass dieses Gesetz zum jetzigen Zeitpunkt nicht angenommen werden wird, da es offensichtlicher Wahnsinn ist und der Nachweis des Faktes der Homosexualität der Eltern aus juristischer Sicht äußerst schwierig ist. Auch die Idee der Abgeordneten Elena Misulina über den Entzug von Kindern aus allen homosexuellen bzw. homosexuellen Pflegefamilien hatte keine Umsetzung gefunden.
Wir sind jedoch überzeugt, dass allein das Erscheinen und die Diskussion solcher Initiativen eine grausame Hetzkampagne gegen LGBT-Familien ist. Die Menschen, welche mit Macht ausgestattet sind und die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger garantieren sollen, haben sich eine der am wenigsten geschützten Gruppen als Zielscheibe ausgewählt - eine Minderheit mit Kindern. Noch gestern hat Vladimir Putin erklärt, dass er Schwule mit Orden auszeichnet für ihre Erfolge in Kunst und Arbeit. Aber die Anzahl der ausgehändigten Medaillen sagt nichts über das Niveau an Toleranz gegenüber Minderheiten, und Orden für bekannte Personen sorgen nicht für die Gleichberechtigung aller LGBT im Land. 
Wir sind überzeugt, dass eine öffentliche Entschuldigung von der Partei "Einiges Russland" gegenüber den LGBT und gleichgeschlechtlichen Familien mit Kindern für die diskriminierenden Aussagen, Drohungen und Einschüchterung homosexueller, bisexueller und transgender-Menschen im Land die beste Bestätigung einer toleranten Beziehung zu LGBT wäre.

Übersetzung: Quarteera e.V.

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