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Vier Holländer wegen "Propaganda von Homosexualität" in Murmansk verhaftet

veröffentlicht um 21.07.2013, 23:12 von Regina Elsner   [ aktualisiert 21.07.2013, 23:42 von W K ]
Am Sonntag, 21. Juli 2013, wurden in der nordrussischen Stadt Murmansk vier holländische Aktivist/innen in Polizeigewahrsam genommen, die an dem Seminar "Was ist Homosexualität?" teilgenommen hatten. Das Seminar fand in einem Erholungsheim nahe der Stadt statt, am Nachmittag wurde die Veranstaltung von Polizei und Migrationsdienst überprüft. Die Holländer wurden angeschuldigt, das Visa-Reglement verletzt zu haben, da ihr angegebenes Einreiseziel "Kennenlernen der Kultur des Landes" nicht der tatsächlichen Tätigkeit entsprach. 
Nach Angaben von Seminarteilnehmern wurden die Teilnehmer ausführlich befragt zur angeblichen "Propaganda von Homosexualität" und zu einer möglichen negativen Darstellung Russlands durch die holländischen Gäste. An dem Seminar hatten jedoch keine Minderjährigen teilgenommen. Die Holländer selbst waren - außer zur Teilnahme an dem Seminar - jedoch zu Aufnahmen für einen Film über Homosexualität in Russland eingereist und hatten dabei auch Minderjährige gefilmt. Dies kann als Verstoß gegen das Gesetz zum Verbot der "homosexuellen Propaganda" gewertet werden. Eine entsprechende Gerichtsverhandlung wird am heutigen Montag Vormittag stattfinden. Eine Strafe von 3000 Rubel (ca. 70 Euro) wegen Verletzung der Einreisebestimmungen wurde bereits verhängt.

Auf dem Foto, der zweite von links, ist einer der festgenommenen Kris van der Veen, der Vorsitzende der niederländischen Organisation «LGBT» Groningen.


Übersetzung: Quarteera e.V.
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