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Ukraine: Menschenrechtler besprechen LGBT-Diskriminierung mit Regierungsvertretern

veröffentlicht um 22.11.2012, 09:48 von Regina Elsner   [ aktualisiert 23.11.2012, 04:03 von QUARTEERA.DE // QUEER auf Russisch ]

Vom 19. Bis 20. November fand in Kiev die erste nationale Antidiskriminierungs-Konferenz unter Beteiligung von 66 Regierungs- und NGO-VertreterInnen sowie internationalen Experten statt. Die Themen der sexuellen Orientierung und Gender-Identität könnten zu entscheidenden Fragen der geplanten Überarbeitung des erst vor kurzem in Kraft getretenen Antidiskriminierungs-Gesetzes der Ukraine werden. Experten des Europarates hatten das Gesetz als unvollständig kritisiert, da in ihm Bestimmungen zur Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und Gender-Identität fehlen. Die Konferenz thematisierte notwendige grundlegende Verbesserungen des Gesetzes. In Pausengesprächen wurde davon gesprochen, dass die ukrainische Gesellschaft „noch nicht bereit ist für die Akzeptanz der Idee von Gleichberechtigung für Schwule, welche in der aktuellen westeuropäischen Menschenrechtstradition zu einer Art „heiliger Kuh“ geworden ist.“ Ein Vertreter des Justizministeriums erklärte andererseits: „Sogar im gesetzgebenden Prozess gibt es Wunder. Zum Beispiel das blitzartig verabschiedete Antidiskriminierungs-Gesetz, über das vor einem Jahr noch niemand geredet hat. Es würde mich nicht wundern, wenn die sexuelle Orientierung auf einmal in das Enwurfspaket der Regierung aufgenommen wird. Wir erinnern uns alle, dass das Ministerkabinett unter Vorsitz von Janukovich schon 2003 einen ersten Gesetzentwurf eingebracht hat, in dem die Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung verboten wurde.“

Alexander Zinchenkov, Vorsitzender des Menschenrechts-Komitees des Rates der LGBT-Organisationen der Ukraine, unterstrich: „Der gesetzliche Schutz ist eine Frage unserer Lebensqualität. Warum sollen hunderttausende Bürger und Steuerzahler unter den verdrehten Vorstellungen über Sexualität einiger Menschen leiden, ihre Arbeit verlieren, durch die Polizei erniedrigt und verachtet, aus dem Haus gejagt und sogar in den Suizid getrieben werden?“

Quelle: http://www.gay.ru/news/rainbow/2012/11/22-24824.htm

Übersetzung: Quarteera e.V.

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