news‎ > ‎

Russische "Woche gegen Homo- und Transphobie" eröffnet

veröffentlicht um 02.04.2013, 22:41 von QUARTEERA.DE // QUEER auf Russisch   [ aktualisiert: 02.04.2013, 22:45 ]


Am 1. April wurde die russische "Woche gegen Homo- und Transphobie" unter dem Motto "Gerade jetzt: Reden!" in mehreren Städten eröffnet. In St. Petersburg fand anlässlich der Eröffnung eine Pressekonferenz des Russischen LGBT-Netzwerks statt, auf der u.a. ein Solidaritätsvideo einer russischen Sängerin sowie Schokolade mit dem Festivalsymbol vorgestellt wurden. 
In Moskau wurde das Festival mit einer Ausstellung von Kunstwerken von LGBT-Jugendlichen eröffnet. Die Ausstellungseröffnung fand im Club 7freedays statt, es nahmen Mitglieder der Rainbow-Association sowie einiger Partnerorganisationen teil. Die Veranstaltung wurde von orthodoxen Aktivisten gestört, diese wurden jedoch am Eindringen in den Club gehindert.
In Tjumen begann die Woche mit einer Aktion der lokalen Aktivisten des "Regenbogen-Hauses" und der regionalen Filiale des Russischen LGBT-Netzwerks. Sie verteilten in der Stadt unter dem Motto "Vielleicht bist du der Nächste?" Flyer, die mit verschiedenen Texten auf das Problem der Homophobie und Diskriminierung von verschiedenen Gruppen hinwiesen.
In Petrosavodsk wurde ein Kurzfilm vorgestellt, der mit Worten verschiedener solidarischer heterosexueller Menschen die Unterstützung für die LGBT-community zum Ausdruck brachte. Außerdem verteilten Aktivisten in der Stadt Informationsmaterial und die anti-homophobe Schokolade, die Passanten reagierten freundlich und bedankten sich.
In der sibirischen Stadt Kransojarsk wurde ein Diskussionsclub gegründet, der sich zum ersten Mal traf, um die bevorstehenden Pläne zu besprechen.

In St. Petersburg endete am 31. März die "Woche der Sichtbarkeit von Transgender". Die für den Tag geplante Demonstration war durch die Stadtverwaltung für neun verschiedene Orte in der Stadt verboten worden, u.a. mit Verweis auf das geltende Verbot von "Propaganda von Transgenderness" unter Minderjährigen. Da ein Verbot von Demonstrationen aufgrund dieses Gesetzes zuvor durch das Oberste Gericht als rechtswidrig erklärt wurde, wird die LGBT-Organisation "Coming Out" gegen die Entscheidung gerichtlich vorgehen. Das Verbot ist der erste Fall der Anwendung des lokalen Gesetzes. Anstelle der geplanten Demonstration fanden Einzelmahnwachen statt, die mit Plakaten auf die Diskriminierung von Transgender-Personen hinwiesen. Die Aktion wurde von Polizisten gefilmt, die auch die persönlichen Angaben der Teilnehmer/innen protokollierten. 
Die "Woche gegen Homo- und Transphobie" begann in St. Petersburg am 2.4. mit einer Veranstaltung zur Diskriminierung von LGBT, Fragen der persönlichen Betroffenheit und Möglichkeiten des juristischen Vorgehens dagegen. An den Veranstaltungen in St. Petersburg nimmt eine Delegation des LSVD Hamburg mit Beteiligung von Quarteera e.V. teil.


Übersetzung: Quarteera e.V.

Comments