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Putin unterschreibt Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare

veröffentlicht um 05.07.2013, 04:21 von Regina Elsner
Am 3.7. hat der russische Präsident Putin die Änderung im Adoptionsgesetz unterschrieben, welche unter anderem ein Verbot der Adoption oder Pflegeelternschaft für gleichgeschlechtliche Paare einführt. Diese Maßnahme sei darauf ausgerichtet, "den Kindern eine harmonische und vollwertige Erziehung in den aufnehmenden Familien zu garantieren sowie ihre Psyche und Wahrnehmung zu schützen vor einem möglichen unerwünschten Einfluss, etwa der künstlichen Aufdrängung nicht traditioneller sexueller Verhaltensweisen, und vor dem Entstehen von Komplexen, geistlichen Leiden und Stresssyndromen, die laut psychologischen Forschungen bei Kindern entstehen, die von gleichgeschlechtlichen Eltern aufgezogen werden."
Das Adoptionsverbot wird sich auch auswirken auf ausländische Adoptionen, der erste Entwurf zu diesem Verbot entstand kurz nach der Ehe-Gleichstellung in Frankreich. Da man auf die ausländischen Gesetzgebungen keinen Einfluss nehmen könne, müsse man die inländischen Regelungen so ändern, dass in Zukunft keine russischen Kinder in Länder adoptiert werden können, wo gleichgeschlechtliche Ehen anerkannt sind. Dies betrifft dann auch alleinstehende adoptionswillige Menschen in diesen Ländern, da nicht garantiert sei, dass diese Eltern später keine gleichgeschlechtliche Ehe eingingen.
Zur Zeit noch nicht gesetzlich geregelt ist die Lage von bereits adoptierten Kindern in gleichgeschlechtlichen Familien in Russland. Die Möglichkeit, diese Kinder den Adoptionseltern wieder zu entziehen, wenn sie in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, wurde bereits diskutiert, eine gesetzliche Regelung wird für den Herbst erwartet.

Am 5.7. unterschrieb Putin ein weiteres, gegen die Privatsphäre der Menschen gerichtetes Gesetz. Demzufolge ist es der Staatsanwaltschaft ab heute erlaubt, persönliche Daten und medizinische Akten ohne die Erlaubnis der betroffenen Person einzusehen.

Übersetzung: Quarteera e.V.
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