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Oleg Dusaev kommt raus

veröffentlicht um 08.09.2013, 04:10 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 08.09.2013, 04:12 ]
Der 33jährige Pianist und leitender Mitarbeiter des Fernsehkanals "Rossija Kultura" Oleg Dusaev hat öffentlich bei facebook sein Coming Out erklärt. Er rief dir russische LGBT-Gemeinschaft auf, sich zu vereinen, um für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu kämpfen. Er schrieb außerdem, dass sein Bekannter Anton Krasovsky, welcher im Frühjahr im öffentlichen Fernsehen seine Homosexualität bekannte und danach entlassen wurde, ihn zu diesem Schritt ermutig habe. Ein entscheidendes Ereignis war außerdem die Nachricht, dass in einem Kinderkrankenhaus in Moskau Homosexuellen die Blutspende verboten sei - in der Folge wurde ein Gesetzentwurf zum generellen Blutspendeverbot diskutiert. Dusaev hatte in diesem Krankenhaus als Ehrenamtlicher gearbeitet und fühlte sich nach eigenen Angaben "verraten". 
Auf seiner facebook-Seite schreib Dusaev am 30. August: 
"Heute ist es für mich Zeit, mutig zu sein. Offen und ehrlich möchte ich euch sagen, dass ich schwul bin. Diejenigen, die mich nun eilig aus ihren Freunden ausschließen wollen, möchte ich zum Abschied mitteilen, dass die Orientierung, heterosexuell oder homosexuell, meiner Meinung nach kein bestimmender Faktor in der Beziehung zum Leben und zu Menschen ist. Ich bleibe genau der Mensch, als den ihr mich kennt. Ich bleibe der gleiche Pianist und Journalist Oleg Dusaev. Ich bin ein gläubiger Christ, überzeugt, dass Gott mich so geschaffen hat und liebt, wie ich bin. Und ich werde überzeugt das wichtigste Recht in meinem Leben erkämpfen, welches ich für mich selbst definiert habe: das recht, Menschen Gutes zu tun. Dazu ruhe ich auch euch auf, denn jeder Hass ist böse. Dass es bei uns keine Homophobie gibt, ist eine Lüge. Dass bei uns Homosexuelle die gleichen Rechte haben, wie alle anderen, ist eine Lüge. Lasst uns aufhören, zu lügen, vor allem uns selbst zu belügen."
Auf die Fragen des Internetportals "gay.ru" antwortete Dusaev: "Jeder Schwuler muss jetzt mit beliebigen Folgen rechnen. Mehr als meine Karriere beschäftigt mich, wie jetzt Schwule und Lesben ermordet und verfolgt werden. Es ist nicht möglich, in so einer Situation zu schweigen. Und es ist peinlich, wie zerrissen die russische LGBT-community ist. Ich hoffe sehr, dass mein Schritt ein Vorbild für andere ist und wir wirklich, mit Taten statt mit Worten, zu einer Gemeinschaft werden."

Übersetzung: Quarteera e.V.


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