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Moldawischer Bischof fordert: „Schwule raus aus Schulen, Krankenhäusern und Restaurants!“

veröffentlicht um 02.10.2012, 01:53 von Artem U   [ aktualisiert 02.10.2012, 14:09 von W K ]

1. Oktober 2012

 

Der Heilige Synod der Moldawischen Metropolie der Russischen Orthodoxen Kirche bemüht sich verstärkt um die Aufhebung des am 1. Januar 2013 in Kraft tretenden „Gesetzes über die Gewährleistung von Gleichberechtigung“. Ein Teil der Kirche fordert ein umfassendes Berufsverbot für offen lebende Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle. Einige Hierarchen der Moldawischen Metropolie äußerten die Meinung, dass LGBT-Menschen nicht in den Berufen der Lehrer oder Erzieher, Ärzte, medizinischen Mitarbeiter oder Mitarbeiter in öffentlichen Restaurants arbeiten können sollten. Ein entsprechendes Dokument werden die kirchlichen Vertreter in nächster Zeit an das Parlament schicken.

 

Die Forderungen zur Begrenzung der LGBT-Rechte bringt der Bischof von Belcy und Faleschts Markel nicht zum ersten Mal vor. „Das Gesetz über die Gleichberechtigung hat die Paradies-Tore für Homosexualisten weit geöffnet. Wir fordern diese Bewegung zu bremsen und ihnen nicht zu erlauben, in Bildungs- und medizinischen Einrichtungen sowie Restaurants zu arbeiten. Stellen sie sich das vor, das ein Homosexualist, und 92% von ihnen haben AIDS, bei der Blutabnahme arbeitet. Das wäre eine Katastrophe!“ Die letzte Aussage wurde von LGBT-Aktivisten als Verleumdung eingeschätzt, sie wollen dagegen gerichtlich vorgehen. Insgesamt wird das Vorgehen der Bischöfe durch die LGBT-Aktivisten als „Einmischung der Kirche in staatliche Angelegenheiten“ gewertet. „Wir hoffen, dass die Politiker ausreichend weise sind, um diesen Provokationen nicht nachzugeben“, äußerte sich ein Mitarbeiter des Zentrums „GenderDok-M“.

 

Der Heilige Synod der Russischen Orthodoxen Kirche hatte im Juni 2012 die Moldawischen Politiker aufgerufen, unverzüglich das „Gesetz zur Gewährleistung von Gleichberechtigung“ entsprechend zu ändern, damit man es nicht als „Einschränkung der Kritik an Homosexualität, als Verbot, homosexuelles Verhalten als Sünde zu bezeichnen“ auslegen könne.


Am 25. Mai 2012 hatte das Moldawische Parlament in gleich zwei Lesungen das „Gesetz zur Gewährleistung von Gleichberechtigung“ angenommen. Im Text blieb nur eine ausdrückliche Erwähnung sexueller Orientierung. Dies ist ein Kompromiss zwischen den europäischen Normen und den unzufriedenen Konservativen und Kirchenvertretern. Im 7. Artikel heißt es, dass „ein Diskriminierungs-Verbot aufgrund der sexuellen Orientierung im Bereich der Berufs- und Arbeitswelt angewendet“ wird. Darüber hinaus gibt es keine Erwähnung des Begriffs „sexuelle Orientierung“.


Das Gesetz wurde mehrere Jahre vorbereitet. Die wichtigsten Gegner waren konservative Kräfte und die Orthodoxe Kirche. Im Februar 2012 hatten sich einige Regionen des Landes, u.a. die Region Belcy, zur „Unterstützer-Zone der Moldawischen Orthodoxen Kirche“ ernannt. Schwulen und Lesben droht in diesen Regionen eine öffentliche Bloßstellung oder die Deportation aus dieser Region.

 

Quelle im russischen Original: http://gay.ru/news/rainbow/2012/10/01-24453.htm

Übersetzung: Quarteera e.V.

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