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Mitarbeiter der Moskauer Verwaltung nach Coming Out gekündigt

veröffentlicht um 06.06.2013, 04:31 von Regina Elsner
Die Moskauer Stadtverwaltung hat einen Mitarbeiter gekündigt, der sich in der historischen Ausgabe des Freizeit-Journals "Afisha" im Februar öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hatte. Alexander Smirnow war Mitarbeiter des Pressedienstes für Stadtplanung und Städtebau. Ihm wurde gesagt, dass sein Coming Out von niemandem in der Stadtregierugung verstanden würde. Seine Vorgesetzte habe befürchtet, dass sie mit Konsequenzen zu rechnen hätte, weil sie nicht rechtzeitig ein "ideologisch fremdes Element" erkannt hätte. "Wie kann das sein, die Stadtverwaltung verbietet die Gay-Paraden, und ein Schwuler arbeitet dort und erzählt davon auch noch öffentlich. Sie hat mir gesagt, ich hätte nicht das Recht meine Kollegen zu gefährden, die säßen jetzt alle mit mir in einem Boot."
Smirnow hat mit der Kündigung vier Monatsgehälter bekommen und musste gleichzeitig versprechen, keine Interviews zum Grund seiner Kündigung zu führen. Er hat sich jedoch für ein Interview entschieden nachdem Präsident Putin und andere Politiker auf internationalen Podien erklärt hatten, dass Schwule und Lesben frei in Russland leben und arbeiten können, "Karriere machen und staatliche Urkunden und Dankesbriefe bekommen." "Das ist eine Lüge und ich muss dem mit der absoluten Wahrheit begegnen," begründet Smirnow die Entscheidung, öffentlich von seiner Kündigung zu sprechen. Er bekommt sowohl Drohungen als auch unterstützende Nachrichten. Obwohl er das Land nicht verlassen will, hat er begonnen Englisch zu lernen. "Die Zukunft der LGBT-community sehe ich sehr pessimistisch für die kommenden Jahre."

Übersetzung: Quarteera e.V.
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