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Milonow zum Mord in Wolgograd

veröffentlicht um 13.05.2013, 07:53 von Regina Elsner
Witalij Milonow, Abgeordneter im Stadtparlament von St. Petersburg und Autor des Verbots der sogenannten "Propaganda von Homosexualität", forderte die Gesellschaft auf, über die homophoben Motive des Mordes in Wolgograd nicht zu spekulieren. "Es ist ein Verbrechen, welches auf Grund persönlicher Konflikte entstand. Darüber sollte man nicht spekulieren." Er wies darauf hin, dass die Beteiligten bereits Vorstrafen hatten und in Gefängnissen "eine für die Mehrhei verschlossene Welt von Verbrechens-Regeln gilt," die sich auf Menschen mit nichttraditioneller Orientierung bezieht.
Nach Meinung des Abgeordneten sind die Regierenden nicht schuld an der Zunahme homophober Stimmungen in der russischen Gesellschaft, sondern die Gesellschaft soll aufhören, dieses Thema aufzubauschen. "Er wurde in Folge eines Unglücksfalls ermordet. Das ist nicht der einzige Mord in Russland."
Milonow hatte als Reaktion auf die Teilnahme von LGBT-Organisationen an der Demonstration am 1. Mai in St. Petersburg per Twitter eine gewaltsame Reaktion auf die kommenden Aktionen angekündigt - per Twitter schrieb er von dem zu erwartenden "Szenario von Woronesch". In Woronesch war es im januar diesen Jahres zu gewaltsamen Auschreitung mehrerer hundert Radikaler gegen 5 LGBT-Aktivisten gekommen. Die "Allianz Hetersosexueller für LGBT-Gleichberechtigung" hat nun eine Anfrage an die Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlichem Aufruf zur Gewalt geschickt.

In der russischen Presse und im Internet wird derweil über die tatsächliche Homosexualität des Opfers spekuliert und gefordert, den Gegnern des homophoben Gesetzes keine Plattform durch dieses Verbrechen zu bieten. Die zwei Angeklagten haben allerdings inzwischen offen zugegeben, ihren Bekannten aufgrund seines Coming Outs verprügelt zu haben, und charakterisierten sich als Kämpfer gegen Homosexualität. Der Abgeordnete der demokratischen Partei "Jabloko" Boris Wischnewskij rief die politische Opposition auf, sich öffentlich zu dem Mord und zur homophoben Politik im Land zu äußern und deutlich "gegen Hass gegenüber Menschen mit nichttraditioneller sexueller Orientierung" aufzutreten.

Übersetzung: Quarteera e.V.

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