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Milonow zum Pogrom in Moskau

veröffentlicht um 13.10.2012, 06:18 von Regina Elsner   [ aktualisiert 14.10.2012, 04:11 von W K ]
Quarteera e.V. (13.10.2012) Der St. Petersburger Abgeordnete der Regierungspartei „Einiges Russland“ und Autor des skandalösen Petersburger Gesetzes gegen „Propaganda von Homosexualität“, Vitali Milonow, kommentiert den gewaltsamen Übergriff auf eine LGBT-Feier am 11. Oktober in Moskau:

"Ich bin überzeugt, das solche gewaltsamen Übergriffe provoziert werden von der Frechheit, dem groben Umgang, der Permissivität, die diese Gruppe (LGBTI) in unserer Gesellschaft hervorruft. Wenn die Gesellschaft sagt: Wir möchten unsere Kinder vor negativen Informationen schützen, dann wendet sich diese Gruppe, statt das zu diskutieren, an irgendeinen „Star“ oder Hilary Clinton, um ein weiteres Mal unser Land „durchzuspülen“ weil angeblich ihre Rechte verletzt werden. Welche Reaktion soll denn kommen, wenn diese Leute als Antwort auf demokratische Maßnahmen loslaufen, Botschaften ausnehmen, die nächsten Fördermaßnahmen abfassen und Briefe schreiben mit der Forderung die Vertreter der Regierung zu betrafen? Bestrafen im Sinne von Isolation, Einreiseverweigerungen, einem neuen eisernen Vorhang.

Ich heiße Pogrome nicht gut, an keinem Ort, ich bin prinzipiell dagegen. Ich denke, dass das falsch ist, aber ich sehe den Ursprung dieser Handlungen. Wenn Leute rauskommen und offen fordern, dass wir ihnen Gay-Paraden erlauben, dann sträubt sich eine normale Gesellschaft natürlich dagegen.

Ich habe niemandem irgendeinen Dialog angeboten. Meine Idee – das ist kein Dialog, sondern eine Warnung dieser Gruppe, dass sie nicht vergessen, dass sie in der Russischen Föderation leben, in einem Land mit einem gesunden historischen und kulturellem Erbe, in welchem entsprechende Einwirkung auf Minderjährige nicht zugelassen werden. Ich unterstütze die Kollegen in Moskau, die dieses Thema in der Stadtregierung diskutieren. Ich nehme an, dass die Mehrzahl der Abgeordneten für dieses Gesetz stimmen wird. Aber ich verstehe, welcher Druck ausgeübt wird von den Trägern dieses Lasters, unter anderem aus der künstlerischen Szene. Wir alle sind nicht ohne Laster, das Gesetz schränkt ihr Leben, ihre Gemeinschaft, ihre Selbstwahrnehmung nicht ein, sondern schützt lediglich Kinder vor negativer Information.

Es ist schlecht, dass man ihnen aufs Maul geschlagen hat, aber was war denn der erste Schritt, dass dann jemand in einen Club eindringt? Diese Leute sind auf die Straße gegangen mit ihren Symbolen, wo auch ihre Autoren (Journal „Snob“) aufgetreten sind, und haben gefordert, die Abweichung als Norm anzuerkennen – das ist eine Provokation. Diese Clubs gab es immer und wird es geben. Wenn sie unsere Kinder da raus lassen, dann interessiert es keinen."

Quelle: http://www.snob.ru/selected/entry/53715

Übersetzung: Quarteera e.V.

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