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Mahnwachen gegen homophobe Gewalt in St. Petersburg

veröffentlicht um 11.11.2013, 03:09 von Regina Elsner
Für den 10. November hatte eine Koalition aus demokratischen Parteien und NGOs eine Demonstration gegen homophobe Gewalt angemeldet, allerdings wurden alle vorgeschlagenen Orte für die Durchführung durch die Stadtverwaltung abgelehnt - angeblich sollten dort andere Aktionen stattfinden. So führten die Aktivisten Einzelmahnwachen durch, die laut Gesetz keiner Anmeldung bedürfen. Als die Demonstranten an einigen der Orte ankamen, für die angeblich andere Aktionen angemeldet waren, fanden sie diese jedoch leer vor. 
An den Mahnwachen nahmen Personen verschiedenen Alters und verschiedener Verbände der Koalition "Demokratisches Petersburg" teil: der Partei "Parnass", "Christliche Demokraten", "Solidarnost'", "Heterosexuelle Allianz für LGBT-Rechte und Aktivisten der LGBT-Bewegung.
Es wurden Flyer mit der Erklärung des Menschenrechtsrates von St. Petersburg und der Koalition "Demokratisches Petersburg" verteilt und Unterschriften für Forderungen nach einer dringenden Diskussion und Verabschiedung eines Handlungsplans gegen Gewalt und Verfolgung aufgrund von Menschen aufgrund ihrer Rassen- oder Religionszugehörigkeit, ihrer Überzeugungen, sexuellen Orientierung oder Genderidentität gesammelt. Ein solcher Handlungsplan soll unter Teilnahme des Gouverneurs, der Abgeordneten der gesetzgebenden Versammlung Petersburgs, der Polizeidirektion, des Menschenrechtsbeauftragten und Menschenrechtsorganisationen der Stadt erarbeitet werden. 

Wie das Nachrichtenportal "Zacks.ru" mitteilte, versuchte die Polizei die Unterschriftensammlung zu behindern, da dies nicht mehr einer Mahnwache zuzurechnen sei. Die Aktivisten hielten Plakate mit den Losungen "Menschen werden blind wegen eurer Blindheit!", "Milonow und Misulina - wolltet ihr das erreichen?", "Poltavchenko! Keine neue Kristallnacht! Der Abend ist schon da.", "Toleranz gegenüber Nazitum führt das Land in die Katastrophe!", "Pogrome schänden Russland!", "Milonow muss sich für die Schürung von Hass verantworten!", "Wir fordern die Strafverfolgung von Hassverbrechen!", "Ich will nicht, dass meine schwulen Freunde verprügelt werden!"... Außerdem gab es Plakate, die direkt zu dem Verbrechen an Dmitrij Tschizhewskij Stellung nahmen, so das Plakat seiner Mutter "Meinem Sohn wurde ins Auge geschossen, weil er schwul ist. Stoppt den Hass!".

Die Aktion wurde von einigen Gegnern beobachtet, es kam jedoch zu keinen Zwischenfällen. Die Aktivisten selbst hatten kleine Schutzgruppen von 3-4 Personen in der Nähe von jeder Person mit Plakat organisiert, die im Ernstfall diese schützen würden.

Übersetzung: Quarteera e.V.
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