news‎ > ‎

LGBTIQ-Begegnungsstätte in Samara

veröffentlicht um 25.03.2015, 12:54 von W K   [ aktualisiert: 25.03.2015, 13:01 ]

Begegnungsstätte für LGBTIQ in der russischen Stadt Samara eröffnet und sucht Freunde und Verbündete.

Am 21. März 2015 wurde das Zentrum „Wolga“ eröffnet – die erste Begegnungsstätte in Samara, die LGBTIQ und ihren Freunden als sicherer Rückzugsort dienen soll. Die Räumlichkeiten des Zentrums sind nicht nur als kreativer Ort für Treffen, Veranstaltungen, Seminare und Trainingskurse gedacht, sonder auch als Möglichkeit zum ungezwungenen Beisammensein. Hier kann sich jede und jeder einbringen. In diesem Haus können sich aber genauso Freunde treffen, die keine LGBTIQ und uns unterstützen, oder auch Freizeitgruppen, die eine geeignete Räumlichkeit suchen. Die Einrichtung einer solchen Begegnungsstätte gehörte zu den Hauptaufgaben, die sich „Avers“, eine regionale LGBT-Vereinigung in Samara, 2013 vorgenommen hatte, und die nun umgesetzt wurde.


Abbildung: Alexandra Kornejewa, Geschäftsführerin des Zentrums, schneidet symbolisch ein Regenbogenband zur Eröffnung durch. Foto: Vera Kruschkina

Zur Einweihungsfeier fanden sich etwa 40 Teilnehmer ein, die wunderbare Geschenke mitgebracht hatten: Möbel, Stofftiere, Blumen, Süßigkeiten, aufmunternde Worte und schier unendlich positive Emotionen.


Die Moderatorin der Feier, Alina Alijewa, und die Geschäftsführerin des Zentrums, Alexandra Kornejewa, zünden Regenbogenkerzen auf einer Torte „Schlawiner“ an, die die Gäste aus Sankt Petersburg mitgebracht hatten. Foto: Vera Kruschkina

Zur Eröffnungsfeier waren sowohl Besucher aus der Region (Samara und Toljatti) gekommen als auch Gäste aus Sankt Petersburg angereist, unter ihnen Tatjana Winnitschenko, Ratsvorsitzende des Russischen LGBT-Netzwerks und Igor Kotschetow, Ratsmitglied des Netzwerks, sowie die Koordinatorin der Vereinigung der Familienpsychologen in der Wolga- und Uralregion, Оxana Nikolas http://family-samara.ru, und Michail Tumasow, Mitarbeiter und Berater von IREX Europe.


Tatjana Winnitschenko gratulierte mit sehr bewegenden Worten: „Wisst ihr, es gibt leider nur wenige Städte, die einen Freiraum wie diesen bieten, in dem sich LGBT treffen und wohlfühlen können. Wo man Gleichgesinnte findet, die einem vertrauen und denen man vertrauen kann. Dafür lohnt es sich, und das ist heutzutage viel wert. Ich wünsche diesem Zentrum für die Community viele Jahre seiner Existenz und dabei nicht nur gutes Gelingen, sondern dass es sich richtig wirkungsvoll entfalten möge. Das Wichtigste habt ihr ja bereits – Mitstreiter, die bereit sind sich einzubringen und auf die man sich verlassen kann. Und gemeinsam könnt ihr eine Menge bewegen.“

Als nächster Gratulant sprach Igor Kotschetow: „Wie Tatjana schon gesagt hat, gibt es bei uns nur wenige Städte mit Anlaufstellen für LGBTIQ. Zu ergänzen wäre noch, dass es solche Zentren bis vor Kurzem überhaupt nicht gegeben hat. Und ich bin auf unser Russisches LGBT-Netzwerk stolz, das die Einrichtung solcher Zentren in vielen Städten stark unterstützt hat; in Zukunft werden noch weitere folgen. Gleichzeitig bin ich sehr von all dem beeindruckt, was ihr bereits erreicht habt. Ihr habt euch wahrlich selbst übertroffen. Auch wenn wir alle, zumindest aber viele, in der heutigen Zeit angesichts der Entwicklung im Lande zunehmend deprimiert sind, entwickeln wir uns trotzdem weiter, und das heißt, dass wir das alles überwinden werden. Ich wünsche euch also viel Erfolg und dass ihr zusammenhalten werdet. Ihr habt jetzt euren eigenen Ort, und das ist unglaublich wichtig.“

Der Reigen der Gratulationen ging dann Michail Tumasow über, Mitgründer von „Avers“: „Ich denke, in Ergänzung zu den Szeneklubs muss es in dieser Stadt auch einen sicheren Rückzugsort für Begegnungen von LGBTIQ geben. Ich wünsche euch, dass dieses Zentrum eine Insel der Sicherheit, Wärme und Hoffnung, von Frieden und Ruhe sein wird, – ein Ort, an dem ihr euch aufgehoben fühlt. Ich danke euch sehr für euer Engagement, denn ihr seid es, auf die wir bauen. Gleichzeitig ist dies erst der Anfang; vor uns liegt eine gewaltige Menge Arbeit – sowohl hier in der Gruppe als auch für jeden Einzelnen.“

Danach gab es noch ein Quiz zu LGBT-Filmen und einen Kreativwettbewerb zum Entwurf eines Logos für das neue Zentrum. Die Feier klang mit einem geselligen Beisammensein aus, bei dem unter anderem die „Welt des Regenbogens“ gespielt wurde – ein Brettspiel, das sich die Omsker Kolleg_innen ausgedacht haben.


Ein Veranstaltungsplan und Neuigkeiten von der sozialen Begegnungsstätte „Wolga“ in Samara werden in den Gruppen in den sozialen Medien sowie auf der Website des Russischen LGBT-Netzwerks zu finden sein. "Wolga" hat sonntags von 14 bis 21 Uhr geöffnet. Wer den Standort noch nicht kennt, schreibt am besten eine E-Mail. Das "Wolga"-Team meldet sich auf jeden Fall zurück. 

Für den Aufenthalt im Zentrum gelten einige Regeln, darunter vor allem gegenseitiger Respekt, ein absolutes Alkoholverbot auf den Treffen sowie Zutritt zu Veranstaltungen nur für Volljährige.

"Wolga" dankt allen, die an diesem denkwürdigen Tag dabei waren, und freut sich auf nächste Besuche und neue )auch internationale) Kontakte!

Kontakt: samaralgbt@gmail.com 

VK-Gruppe: https://vk.com/lgbtsamara

Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/lgbtsamara/


Original -http://www.lgbtnet.ru/en/content/community-center-lgbtiq-was-opened-samara

Übersetzung - Quarteera e.V.

Comments