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LGBT-Demonstrationen in Moskau und Kiev

veröffentlicht um 26.05.2013, 03:51 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 26.05.2013, 04:11 ]
Am 25.05.2013 fanden in Moskau und Kiev die angekündigten LGBT-Demonstrationen statt.
In Kiev hatte die Stadtverwaltung zunächst den CSD aufgrund von angekündigten gewaltsamen Übergriffen verboten, ein Berufungsgericht hatte am Tag vor der Veranstaltung jedoch der Durchführung zugestimmt. 500 Polizisten schützten die über 100 Teilnehmer vor etwa 1000 gewaltbereiten Gegendemonstranten, die Demonstration verlief weitgehend friedlich. Die deutsche Partnerstadt Kievs München war mit einer Delegation vertreten, u.a. nahm Münchens Bürgermeister Hep Monatzeder an dem CSD und anderen Rahmenveranstaltungen teil. Einen Augenzeugenbericht aus Kiev kann man hier finden: http://www.candyclub.de/blog/der-marsch-fur-gleiche-rechte-in-kiev-hat-stattgefunden-ein-sieg-fur-die-menschenrechte-tag-5/



Im Gegensatz zu dem ukrainischen Nachbarland waren die Demonstrationen in Moskau von Gewalt und Verhaftungen begleitet. Die Moskauer Stadtverwaltung hatte zum achten Mal einen CSD in Moskau verboten. Die Organisatoren hatten darauf hin zwei Protestaktionen vor dem russischen Parlament und der Moskauer Stadtverwaltung angekündigt. Darüber hinaus fand an dem ursprünglich geplanten Veranstaltungsort, dem Moskauer "Hyde-Park" im Gorkij-Park, eine Demonstration statt. Alle drei Aktionen wurden von der Polizei durch Verhaftung der Beteiligten - also aller, die ein Plakat oder Regenbogenfahnen trugen, sich vor dem Parlament küssten oder Reden hielten - aufgelöst. Orthodoxen Fanatikern gelang es dennoch, einige LGBT-Aktivist/innen zu verprügeln. Insgesamt wurden 40 LGBT-Aktivist/innen und einige prügelnde Gegendemonstranten festgenommen und später nach der Erstellung von Protokollen und der Ankündigung von Anzeigen aufgrund von Verletzung der Demonstrationsordnung und minderem Rowdytum wieder entlassen.


Der Organisator des Moskauer CSD Nikolaj Alekseev betonte in einem anschließenden Interview bei dem Radiosender Echo Moskvy, dass er den CSD ausschließlich als Demonstration für LGBT-Rechte versteht und sich gegen einen "Karneval" immer verwehren würde. Er bescherte außerdem einigen hochrangigen russischen Politikern ein öffentliches Coming Out, so seien der Sberbank-Chef Gref, der stellvertretende Leiter der Präsidentenverwaltung Wolodin und der Chef des Flughafens Scheremetewo nach Angaben Alkeseevs schwul. 

Queer.de berichtete im Live-Ticker von den Demonstrationen in Moskau und Kiev: http://www.queer.de/detail.php?article_id=19284


Übersetzung: Quarteera e.V.



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