news‎ > ‎

Kiev: Provokateure organisieren Gay-Parade auf dem Euromajdan

veröffentlicht um 14.01.2014, 01:18 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 14.01.2014, 01:19 ]
In der Ukraine haben Provokateure erneut die Symbolik und Losungen der LGBT-Bewegung genutzt, um Stimmung gegen die Annäherung an die EU zu machen. Seit Wochen finden in der Ukraine Proteste gegen die Regierung und ihren Russland-freundlichen Kurs statt. Immer wieder werden die friedlichen Proteste von Provokateuren gestört. Mehrfach wurde versucht, die Ukrainer mit der angeblichen "totalen Homosexualisierung" der Ukraine durch eine Annäherung an die EU zu verschrecken. Vor einigen Wochen wurden Obdachlose für die Teilnahme an einer angeblichen LGBT-Demonstration mit einer Flasche Wodka und ca. 5 Euro bezahlt, sie trugen Regenbogenfahnen zur Unterstützung von Oppositionsparteien. Die LGBT-Bewegung, Homosexualität an sich und die Oppositionsbewegung soll so diskreditiert werden.

In der vergangenen Woche fand in den Räumen der Informationsagentur UNIAN in Kiev eine Pressekonferenz eine "Initiativgruppe zum Schutz der sexuellen Minderheiten in der Ukraine" statt. Vier Personen erklärten dort, dass sie sich im sozialen Netzwerk kennengelernt hätten und nun am 11.1. eine Gay-Parade auf dem Euromajdan abhalten wollen. Viele Journalisten waren verwundert, warum diese neu gegründete Initiativgruppe eine Pressekonferenz in einem sehr teuren Saal der Nachrichtenagentur abhalten konnten. Es stellte sich außerdem heraus, dass die Teilnehmer für die geplante Gay-Parade über das soziale Netzwerk mit verlockenden Honoraren gesucht wurden - 150-200 Dollar wurden für die "zeitlich begrenzte Arbeit für Vertreter mit nichttraditioneller Orientierung" geboten.

Die Teilnehmer der Pressekonferenz nutzen alle Stereotypen, welche über LGBT anzutreffen sind, und bemühten sich, Schwule und Lesben als Witzfiguren darzustellen. Das Ziel der Aktion ist klar: die ukrainische Gesellschaft ist homophob, also sollen im Sinne der prorussischen politischen Kräfte die Menschen von ihrer proeuropäischen Orientierung abgebracht werden. Durch die negative Darstellung soll demonstriert werden, wie die Ukraine aussehen wird, wenn man sich der EU anschließt.

Die offiziellen Vertreter von LGBT-Organisationen in der Ukraine gaben an, in keiner Weise an der Aktion beteiligt gewesen zu sein. Mehr noch: sie wurden nicht zu der Pressekonferenz zugelassen und durch die Türwächter nicht in das Haus der Nachrichtenagentur gelassen. Bogdan Globa, Leiter einer LGBT-Organisation, kommentierte die Aktion: "Das ist eine künstliche polittechnologische Aktion, die für die Diskreditierung des Majdan entwickelt wurde. Davon zeugt auch, dass diejenigen, die die Presskonferenz durchführten, aus Moskau kommen, sie sind Russen und keine Ukrainer. Außerdem wurden im Internet Menschen gesucht, die bereit sind, sich an dieser Aktion gegen Bezahlung zu beteiligen."

Die offiziellen ukrianischen LGBT-Orgnisationen veröffentlichten kurz nach der Pressekonferenz eine Erklärung, in der sie klarstellen, dass sie "niemals für die Teilnahme an Aktionen zum Schutz der Rechte von LGBT Geld anbieten werden. Die Teilnahme an diesen Aktion war und wird immer ausschließlich freiwillig sein. Wir teilen mit, dass wir keinerlei Aktionen im Rahmen des Euromajdan planen, eben weil wir wissen, in wessen Zielen diese Aktionen danach verwendet werden. Wir unterstreichen, dass die Serie von Manipulationen in Verbindung mit der LGBT-Thematik Teil einer Strategie sein kann, deren Ziel es ist, in der Ukraine eine Gesetzgebung gegen die sogenannte "Propaganda von Homosexualität" einzuführen, wie es in Russland der Fall war. Wir erinnern daran, dass diese Gesetzgebung nur ein Teil eines Systems von Druck gegen die russische Zivilgesellschaft und der Einschränkung von Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit in Russland ist. In dieses System gehören auch die Gesetze über "ausländische Agenten", die "religiösen Gefühle", "Diffamierung" sowie Gesetze zu NGOs und friedlichen Versammlungen. Solche Gesetzgebungen werden auch in der Ukraine durch Agenten der sogenannten "Russischen Welt" unter Verwendung einer ähnlichen Rhetorik systematisch vorangetrieben."

Die LGBT-Aktivisten konnten mit den Organisatoren des Euromajdan absprechen, dass eine provokative Gay-Parade nicht stattfinden sollte, so dass die Provokateure nicht zugelassen wurden und die Aktion in einiger Entfernung durchgeführt werden musste.

Übersetzunge: Quarteera e.V.
Comments