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Keine Regenbogen-Luftballons am 17.5. in drei russischen Städten

veröffentlicht um 17.05.2013, 00:36 von Regina Elsner
Am heutigen "Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie" wurden in Russland in drei Städten die geplanten Rainbow-Flashmobs nicht genehmigt - in Tjumen, Samara und Petrosavodsk. In den Städten werden statt dessen Einzelmahnwachen stattfinden.
In Petrosavodsk war die Aktion bereits genehmigt gewesen, wurde dann aber nach weiteren Absprachen zwischen Den Organisatoren und der Stadtverwaltung zu Sicherheitsfragen kurzfristig abgesagt. Als Grund wurde eine andere parallele Aktion an dem selben Ort angegeben, die angeblich bereits früher genehmigt worden war.
In Tjumen wurde die Ablehnung der Stadtverwaltung nicht begründet und mit dem Hinweis versehen, dass die Veranstaltung als "ungeneigt" eingestuft werden würde, falls sie dennoch stattfinden sollte. In Samara wurde die Aktion it dem Hinweis auf eine verspätete Einreichung der Unterlagen abgelehnt, obwohl die Mitteilung fristgerecht drei Tage vor der Aktion eingereicht wurde.
Nach Meinung des Russischen LGBT-Netzwerks ist die Ablehnung aller drei Aktionen nicht rechtmäßig, gegen die Entscheidungen werden darum auf lokaler und internationaler Ebene Beschwerden eingereicht werden.
Trotz dieser Verbote finden in eine Reihe von Städten offizielle Aktionen statt: St. Petersburg, Moskau, Wladiwostok, Nachodka, Chabarowsk, Tomsk, Omsk, Perm, Yekaterinburg, Novosibirsk, Astrachan, Murmansk, Togliatti, Ryazan und weitere. Der Rainbow-Flashmob steht in diesem Jahr im Gedenken an alle Opfer homophober Gewalt - unter den Regenbogen-farbenden Luftballons werden auch schwarze sein.
In St. Petersburg hat die Polizei nach massiven Gewaltdrohungen zugesagt, die Aktion im Stadtzentrum besonders zu schützen. Die Jurist/innen der Rechtshilfe des Russischen LGBT-Netzwerks werden im entsprechenden Notfall Teilnehmer/innen der Aktionen kostenlos telefonisch beraten.

Übersetzung: Quarteera e.V.
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