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Gründerin von "Kinder 404" freigesprochen

veröffentlicht um 23.02.2014, 11:12 von Regina Elsner
Am 21.2. wurde das Gerichtsverfahren gegen Elena Klimowa eingestellt. Die Begründerin der Gruppe "Kinder 404" für LGBT-Jugendliche stand in ihrer Heimatstadt Nischnij Tagil im Ural vor Gericht.
Das Verfahren gegen die Journalistin wurde am 31.1.2014 eröffnet, ihr wurde die Verletzung des Artikel 6.21 des Verwatungsgesetzbuchs (Propaganda nichttraditioneller sexueller Beziehungen unter Minderjährigen) vorgeworfen. Laut der Anzeige habe sie "im sozialen Netzwerk vKontakte im Internet eine Seite erstellt, die nichttraditioneller sexuelle Beziehungen propagiert." Auf der genannten Seite hatte Klimowa Briefe von Jugendlichen veröffentlicht, die ihre sexuelle Orientierung entdeckten und von ihren Sorgen und Problemen berichteten.
Im Laufe des Verfahrens wurden Beweismittel vorgestellt, die belegen, dass Elena Klimowa die Seite nicht erstellt hatte, sondern nur Administratorin bzw. Moderatorin der Seite ist. Die Anzeige gegen Klimowa ging mit zahlreichen Formfehlern einher. Das Gutachten des Psychotherapeuten Winokurov bestätigt, dass die Materialien in der Gruppe "Kinder 404" keine Informationen der "Propaganda nichttraditioneller sexueller Beziehungen" enthalten. In seiner Aussage unterstrich der Experte, dass diese Seite Jugendlichen hilft, die sich mit ihrer Homosexualität auseinandersetzen, ihre Sorgen zu bewältigen.
Maria Koslowskaja, Juristin des Russischen LGBT-Network und Anwältin von Elena Klimowa, erklärte: "Wie haben mit diesem Ergebnis gerechnet und denken, dass diese Gerichtsentscheidung noch einmal die Unwirksamkeit des Gesetz zur sogenannten "Propaganda von nichttraditionellen sexuellen Beziehungen". Dieses Gesetz widerspricht einer Reihe von internationalen Verpflichtungen Russlands und diskriminiert Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und beschränkt die Meinungsfreiheit, wie es auch die Entscheidung des Menschenrechtskomitees der UNO beweist."

Übersetzung: Quarteera e.V.
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