news‎ > ‎

Filmfestival „Side by Side“ zum fünften Mal in St. Petersburg

veröffentlicht um 13.10.2012, 06:26 von Regina Elsner   [ aktualisiert: 13.10.2012, 06:32 ]
Quarteera e.V. (13.10.2012) Vom 25. Oktober bis zum 3. November 2012 findet in St. Petersburg zum fünften Mal das LGBTI-Filmfestival „Side by Side“ statt. Thema des diesjährigen Festivals ist die globale LGBTI-Politik und ihre Folgen in verschiedenen Ländern unter dem Motto: „Internationale LGBTI-Bewegung: lokale Besonderheiten – globale Politik“.

Im Rahmen des Festivals werden 37 Filme aus 20 Ländern gezeigt, unter anderem aus Russland, Großbritannien, Schweden, Niederlande, Chile, Brasilien, China und Uganda.

Im Programm werden Filme gezeigt, die bereits auf anderen internationalen Festivals ausgezeichnet worden sind. Unter ihnen ist der chilenische Film „Young and wild“, der südafrikanische Film „Beauty“ (Queer-Palme in Canne 2011), den neuen Film des israelischen Regisseurs Eytan Fox „Yossy“ sowie den preisgekrönten Kurzfilm „Call me Kuchu“ übder den in Uganda ermordeten Aktivisten David Kato.

Partner des diesjährigen Festivals ist das berühmte schwedische Dokumentarfilm-Festival des „Tempo“, welches ebenfalls einige interessante Filme präsentieren wird. Traditionell werden zu dem Festival zahlreiche internationale Gäste erwartet: Eytan Fox aus Israel, Marialy Rivas (Chile), Yang Yang (Regisseurin und Organisatorin des Pekinger LGBTI-Filmfestivals, China), die schwedischen Doku-Filmemacherinnen Sara Broos und Mette Aakerholm Gardell, der niederländische Regisseur Michiel van Erp und die ugandische Aktivistin Stosh Jovin.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals wird eine Sammlung von sechs russischen Queer-Filmen unter dem Namen „Der Beginn“ gezeigt. Nach der Vorführung gibt es Gelegenheit zur Diskussion und für Fragen zum Thema der Darstellung der LGBTI-Gemeinschaft in der Gegenwartskunst in Russland. An der Diskussion werden russische Regisseure teilnehmen, u.a. Seva Galkin und Swetlana Sigalaewa.

Die diesjährige Jury wird besetzt von der Kino-Kritikerin Lidia Maslowa (Kommersant), der Drehbuchautorin Marina Potalowa („Chapiteau-Show“, „Pyl`“), der Kurator des Experimentalfilm-Programms des Internationalen Kinofestivals „Message to Man“ Michail Schelesnikow, die Feministin Olga Lipowskaja und die Direktorin des schwedischen Queer-Film-Festivals Melissa Lindgren.

Lidia Maslowa: „Mir kam es intuitiv richtig vor, an diesem Festival in Petersburg teilzunehmen - die Stadt, die für viele nicht nur die kulturelle Hauptstadt, sondern auch die Gay-Hauptstadt Russlands war, und jetzt aus irgendeinem Grund in die Hauptstadt der Homophobie verwandelt werden soll, was mir – wie jede Phobie – widerstrebt.“

Marina Potalowa: „Ich halte es für ausgesprochen wichtig, der Jugend zu zeigen, dass es nicht schlimm ist, zur LGBTI-Gemeinschaft zu gehören, dass Filme darüber gedreht werden, und dass mit dem Erwachen einer „anderen“ sexuellen Orientierung das Leben nicht aufhört.“

In diesem Jahr kommt zu dem traditionellen Preis des „Side by Side“-Festivals „Bobik“, der seit 2010 für den besten LGBTI-Film vergeben wird, eine neue Sonder-Prämie. Sie wird vergeben für mutige öffentliche Stellungnahmen in Unterstützung der Gleichberechtigung sexueller Minderheiten. Ausgezeichnet werden können Vertreter_innen der Zivilgesellschaft: Journalist_innen, Künstler_innen, gesellschaftliche und politische Akteure, die sich für gleiche Rechte für die LGBTI-Gemeinschaft in Russland einsetzen.

Informationen zum Festival und zum Programm auf Englisch: http://www.bok-o-bok.ru/default.asp?lan=1

Quelle im russischen Original: http://www.bok-o-bok.ru/news/archive?lan=2

Übersetzung: Quarteera e.V.

Comments