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5. Queer-Festival in St. Petersburg eröffnet

veröffentlicht um 25.09.2013, 04:39 von Regina Elsner
Am 19. September wurde das 5. Queer-Festival in St. Petersburg eröffnet. Seit fünf Jahren setzt es sich zum Ziel, einen Raum zu bieten, wo jede_r sich offen und frei bewegen kann, unabhängig von der sexuellen Orientierung, Genderidentität oder anderen Merkmalen. Über 150 Gäste kamen zu der Eröffnung des Festivals und konnten als erste die einzigartige Ausstellung "LGBT: Russland, 20. Jahrhundert" betrachten. Die Ausstellung vereint Archivbilder, Fotos und Ausschnitte aus Printmedien, die über das Verhältnis zwischen LGBT und Staat, Wissenschaft und Kultur im russischen Imperium, der Sowjetunion und der postsowjetischen Zeit erzählen.
An der Eröffnung nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Partnerorganisationen (Menschenrechtsrat St. Petersburg, das Antidiskriminierungs-Zentrum Memorial, die wohltätige Organisation "Nachtasyl", das Russische LGBT-Netzwerk, das LGBT Kinofestival "Side by Side", die "Allianz Heterosexueller für LGBT-Gleichberechtigung" und andere) sowie von diplomatischen Vertretungen und europäischen Kulturzentren in St. Petersburg teil. Viele Redner äußerten sich sehr wertschätzend und unterstützend über die Arbeit der LGBT-Menschenrechtsaktivisten trotz der drohenden Risiken und Gewalt, und sie unterstrichen die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengungen.
Vor der Eröffnung kam es zu homophoben Zwischenfällen. So trafen der Abgeordnete Vitali Milonow und der Leiter des St. Petersburger "Volkskonzils" Anatolij Artjuch am Veranstaltungsort ein und forderten Einlass, allerdings hatten sie sich vorher nicht für die Teilnahme angemeldet und wurden deshalb bereits vom Wachpersonal am Zugang gehindert. Der sie begleitende homophobe Mob griff die Besucher verbal an, ein Teilnehmer wurde leicht verletzt. Kurz darauf wurde das Festival von der Polizei kontrolliert, diese fand jedoch keine Rechtsverletzungen vor und verließ die Veranstaltung wieder.
Das Festival dauert 10 Tae, die Gäste erwarten verschiedene Informations- und Kulturveranstaltungen, darunter Konzerte, Diskussionen und Seminare. Am 24. September fand ein Treffen mit russischen und schwedischen schwulen bzw. lesbischen Polizisten statt, die von ihren Erfahrungen im Staatsdienst erzählten. Die Teilnahme von zwei ehemaligen und einem aktuellen russischen Polizisten sorgte für besonderen Respekt, da sie mit besonderem Mobbing zu rechnen haben.







Übersetzung: Quarteera e.V.



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