Pressemitteilung: Bekannte russischsprachige YouTube-BloggerInnen zu Gast bei AktivistInnen von Quarteera e.V.

Vom 24. Juli bis 30. Juli 2018 kamen neun LGBT*-freundliche russischsprachige Video-BloggerInnen auf Einladung von Quarteera e.V. in Berlin zusammen. Das Ziel des Treffens war die Auseinandersetzung mit dem Problem der Diskriminierung von LGBT*-Personen im postsowjetischen Raum sowie die Schaffung einer Öffentlichkeit für dieses Thema im russischsprachigen Netz. Das Projekt wurde vom Auswärtigen Amt gefördert.

Quarteera e.V. hatte bereits verschiedene Projekte für LGBT*-AktivistInnen sowie die Eltern von LGBT* in den vergangenen Jahren erfolgreich durchgeführt. Dieses Jahr nahmen die AktivistInnen sich vor, ein neues Aufklärungsprojekt durchzuführen, das in erster Linie neue weniger aufgeklärte Zielgruppen ansprechen sollte. „Wir haben uns gefragt, auf welchem Weg wir neutral oder sogar homophob eingestellte Menschen erreichen können? Die Antwort kam von alleine: Fast alle Mitglieder unseres Vereins sind relativ junge Menschen, die statt fernsehen eher auf YouTube unterwegs sind. Die Flucht der jungen Generation weg von traditionellen Medien lässt sich sowohl in Deutschland als auch im postsowjetischen Raum beobachten. Trotz der Gesetzgebung in Russland, die die Verbreitung von Informationen zu LGBT-Themen als Propaganda unter den Jugendlichen bezeichnet, und des Schweigens der Medien in vielen Nachbarländern, bietet das Web und vor allem das Videoblogging eine Plattform für Diskussionen und freie Meinungsäußerung“, so der aus Kasachstan stammende Vorstandsvorsitzender von Quarteera e.V. Wanja Kilber.

Durch die Aufklärung und die Sensibilisierung von Meinungsbildnern versucht Quarteera e.V. ein junges Publikum zu erreichen, das selbst wenig oder gar nicht mit LGBT*-Menschen und -Themen in Berührung kommt. Mit ihren Projekten strebt Quarteera e.V. die Toleranz für LGBT* in der russischsprachigen Community in Deutschland sowie in den Herkunftsländern zu fördern. Dafür wurden aus einer Vielzahl von Video-BloggerInnen neun Teilnehmende ausgesucht. Ein Teil von Ihnen sind Vertreter der LGBT-Community in Russland, andere dagegen kamen erst hier in Berlin mit LGBT*-Themen zum ersten Mal in Berührung.

Im Laufe der Woche besuchten sie verschiedene Workshops wie „Die Sprache der Diskriminierung und ihre Konsequenzen in der Praxis“ oder „Wie berichtet man über LGBT* in Russland ohne juristische Konsequenzen“ sowie verschiedene Organisationen wie den „Lebensort Vielfalt“ oder „das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin – Maneo“. Außerdem bekamen die TeilnehmerInnen die Gelegenheit, mit verschiedenen deutschen und russischen AktivistInnen persönlich zu sprechen. So erfuhren sie unter anderem die Geschichten von LGBT*-Flüchtlingen, lernten LGBT*-Familien mit Kindern kennen, trafen Vertreter des Vereins „Schwule Lehrer“ und den russische-usbekischen Journalisten Ali Feruz.

Eine weitere Möglichkeit für die BloggerInnen ihre Stereotype und Vorurteile abzubauen, bot der 40. Berliner CSD. Noch vor der Rückkehr der Teilnehmenden nach Russland haben ihre Video-Beiträge eine rasante Diskussion in der Blogger-Community ausgelöst.

Mehr Information zum Projekt und den Video-Beiträgen gibt es auf https://www.facebook.com/Quarteera/?ref=page_internal 



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