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Sachsen-Anhalt eröffnet "Aktion Freundschaftskuss"

veröffentlicht um 11.04.2013, 01:39 von Regina Elsner
Pressedienst des LSVD Sachsen-Anhalt

Magdeburg, den 10. April 2013

Aktion Freundschaftskuss beginnt in Sachsen-Anhalt

Beziehungen mit Russland nutzen, um gegen Antihomosexuellengesetz zu
protestieren

Sachsen-Anhalt und die Städte Bitterfeld-Wolfen, Halle und Zerbst
unterhalten Beziehungen nach Russland. Dort ist ein Gesetzgebungsverfahren
im Gange, das die „Propagierung“ von Homosexualität in der Öffentlichkeit
verbieten soll. Dazu erklärt Martin Pfarr, Sprecher des Lesben- und
Schwulenverbands Sachsen-Anhalts:

Der Lesben- und Schwulenverband Sachsen-Anhalt blickt mit großer Sorge nach
Russland. Das geplante Anti-Homosexuellengesetz würde für Lesben und Schwule
die Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit aushebeln. Davon betroffen
wären auch Aufklärungsmaßnahmen und Information zur HIV-Prävention.

Sachsen-Anhalt unterhält Partnerschaften mit den russischen Städten Ufa und
St. Petersburg. Die Städte Bitterfeld-Wolfen, Halle und Zerbst haben
Städtepartnerschaften mit Dzerschinsk, Ufa, Puschkin und dem Gebiet
Leningrad. Der LSVD Sachsen-Anhalt hat zusammen mit der
Hirschfeld-Eddy-Stiftung und Quarteera Briefe an den Ministerpräsident
Hasseloff sowie den Oberbürgermeistern Petra Wust, Dr. Bernd Wiegand und
Andreas Dittmann geschrieben. Darin fordern wir sie auf, ihren Einfluss im
Rahmen dieser Landes- und Städtepartnerschaften zu nutzen, um gegen das
homophobe Gesetzesvorhaben zu protestieren. Im direkten Dialog mit ihren
russischen Partnerinnen und Partner müssen sie deutlich machen, dass dieses
Gesetzesvorhaben gegen demokratische Werte verstößt

Die sachsen-anhaltinischen Politikerinnen und Politiker müssen darauf
hinweisen, dass solch ein Gesetz die Beziehungen zu den Partnerstädten und
-regionen erschweren und dem Ansehen von Russland insgesamt schaden. Sie
sollen zeigen, dass die Menschenrechte von Lesben und Schwulen für sie
integraler Bestandteil des kulturellen Austauschs sind, indem sie etwa
russische Besucherinnen und Besucher mit Lesben und Schwulen aus
Sachsen-Anhalt zusammenbringen oder russische Lesben und Schwule aus ihren
Partnerstädten und -regionen einladen.

Die Lesben und Schwulen in Russland brauchen unsere Unterstützung. Mit der
Aktion Freundschaftskuss zeigen wir Solidarität und richten uns an Politik,
Regierungen, Wirtschaft sowie die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.
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