BLOG‎ > ‎

Russische Fußgruppe beim Hamburg Pride - LAUF MIT!

veröffentlicht um 31.07.2013, 00:24 von QUARTEERA.DE // QUEER auf Russisch   [ aktualisiert: 31.07.2013, 06:07 ]
Am 3. August läuft beim Hamburger CSD eine kleine Gruppe von Lesben und Schwulen aus unserer Partnerstadt St.Petersburg mit. Die Gruppe wäre größer, wenn einige der PetersburgerInnen ihre Reise nicht absagen müssten. Sie können nicht zum CSD nach Hamburg kommen, weil sie zuhause vor Gericht aussagen müssen - dort werden sie wegen der Teilname an der Gay Pride in Sankt Petersburg verurteilt.

LASST UNS DIE RUSSISCHE GRUPPE IN HAMBURG ETWAS GRÖßER MACHEN!

Wir laufen mit der Fußgruppe von Queeramnesty Hamburg, im hinteren Drittel des CSD-Zuges, hinter dem großen Truck von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Ihr findet uns unter einer großen russischen (rot-blau-weißen) Flagge mit einem Regenbogenherzen drauf.
- TREFFPUNKT: 11.30 Uhr vor dem Männerschwarm-Buchladen auf der Langen Reihe

Lauft mit, mit eigenen Plakaten und in Kostümen - Anlass für Protest, Solidarität und Satire gibt's genug:

1. Herr Putin – in diesem Jahr hat er mehrere Hass-Gesetzte unterschrieben, die Schwule, Lesben und Trans* in Russland mundtot machen, homophobe Gewalt legitimieren, Aufklärung verbieten sollen.

2. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill – er hat gesagt, die Homo-Ehe würde den Weltuntergang beschleunigen und die ganze Menschheit vernichten.

3. Olympiade in Sotschi – im Februar 2014, wenn die Olympische Spiele nach Russland kommen und mit ihnen Tausende von SportlerInnen und Fans, können alle ausländischen BürgerInnen, die sich für Gleichstellung von Schwulen, Lesben und Trans* aussprechen, nach dem neuen Putin´schen Gesetz zu tausend-Euro hohen Geldstrafen verurteilt, für 15 Tagen verhaftet und aus dem Land ausgewiesen werden.

4. Die größten LGBTI-Organisationen in Russland - das Filmfestival "Side by Side" und das Community-Center "Coming Out" wurden vor zwei Monaten nach einem neuen Gesetz als "ausländische Agenten" zu drakonischen Strafen verurteilt, mussten mehrere Projekte einstellen, sie kämpfen gerade ums Überleben.

5. Anstieg der homophonen Gewalt – neben dem psychischen Druck und Stress, den die neuen Hass-Gesetze mit sich bringen, wird die deutliche Erhöhung der Aggression und Gewalt von nationalistischen, radikalen Orthodoxen und anderen Gruppen registriert. Mehrere grausame Morde aus homophonen Motiven erschütterten die LGBTI-Community in Russland.

Daher sammeln wir auch Spenden beim CSD. Jede Spende hilft “Coming Out” und "Side by Side" ihre Arbeit fortzusetzten - das LGBTI-Filmfestival, kostenlose psychologische und juristische Hilfeleistung für LGBTI, Aufklärungsarbeit, Herausgeben von Broschüren und Büchern zum Thema Coming Out, Feminismus, Transsexualität, Selbsthilfegruppen für Eltern von LGBTI, Selbsthilfegruppen für LGBT mit Kinder bzw mit Kinderwunsch, Aktionen gegen die homophobe Gesetzgebung, das internationale QueerFestival in Sankt Petersburg, Community Center und vieles mehr.

Wir sehen uns am 3.August!
Happy Pride!

Comments